Mai 2026: So viele Vogelarten wie möglich an einem Tag in Cottbus erfassen
Am 2. Mai 2026 nahm ein Team aus vier engagierten Ornithologinnen und Ornithologen aus Cottbus am bundesweiten Birdrace des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) teil – und erreichte dabei ein beeindruckendes Ergebnis: Über 130 Vogelarten konnten sie innerhalb eines Tages in der Stadt Cottbus und im umliegenden Gebiet mit dem Ostsee beobachten.
Bereits in den frühen Morgenstunden um 04:00 Uhr starteten die Teilnehmenden in die Sachsendorfer Wiesen um Blaukehlchen und Wasserrallen zu erfassen. Im weiteren Tagesverlauf führte ihre Route vorbei an Teichen, Wäldern und um den Cottbusser Ostsee um Durchzügler und Brutvögel zu sehen. Der Tag startete mit A wie Amsel und endete mit Z wie Ziegenmelker um ca. 22:00 Uhr und nach 100 km auf dem Rad.
Mit über 100 nachgewiesenen Arten gelang es dem Cottbuser Team CBirder, das Naturerlebnis und den Wettbewerbsgeist ideal zu verbinden. Neben dem sportlichen Vergleich zwischen Teams aus ganz Deutschland steht beim Birdrace traditionell der Spaß am Beobachten und der Beitrag zum Naturschutz im Vordergrund: Mit jeder gesichteten Art wird Spendenunterstützung gesammelt.
Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll, welche Artenvielfalt sich auch um und in Cottbus entdecken lässt – wenn man mit offenen Augen, Ohren und Freunden unterwegs ist.
April 2026: NABU Exkursion zu einer außergewöhnlichen Landschaft in Cottbus

Im Rahmen einer weiteren NABU-Exkursion führte uns der Weg diesmal in die Binnendüne Merzdorf, unweit des Aussichtsturms. Bei der Fläche handelt es sich um ein Gebiet der Stadt Cottbus, das von der Deutschen Bahn gepachtet und als Ausgleichsfläche genutzt wird. Charakteristisch für den Standort ist sein ursprünglich sandiger Untergrund. Umso überraschender war es, vor Ort mehrere größere Wasserstellen vorzufinden, die sich in der Senke gebildet haben.
Die Fläche wurde gezielt so gestaltet, dass unter anderem der Steinschmätzer hier geeignete Lebensbedingungen vorfindet. Tatsächlich konnten wir ein balzendes Paar dieser Art beobachten – ein
schöner Nachweis für die Wirksamkeit der Maßnahmen. Ein weiterer Schwerpunkt der Exkursion lag auf der Suche nach Amphibienspuren. An den Gewässern entdeckten wir mehrere Laichschnüre der
Knoblauchkröte. Diese waren jedoch bereits deutlich verpilzt, sodass davon auszugehen ist, dass sich daraus kein Nachwuchs mehr entwickeln wird. Möglicherweise sind ungeeignete Wasserwerte oder
andere Umweltfaktoren dafür verantwortlich.

Auch die Vogelwelt zeigte sich ausgesprochen vielfältig. Neben typischen Arten der offenen Landschaft wie Steinschmätzer, Bachstelze und Goldammer konnten wir unter anderem Turmfalken bei der Jagd sowie einen Mäusebussard beobachten. In den Randbereichen und Gehölzstrukturen traten Arten wie Amsel, Buchfink, Eichelhäher und Gartenrotschwanz auf.
Die neu entstandenen Wasserflächen wurden ebenfalls gut angenommen: Hier gelangen Beobachtungen von Flussregenpfeifer und Bruchwasserläufer, außerdem überflogen verschiedene Möwenarten sowie ein
Kormoran das Gebiet, eine Mandarinente hielt sich hier auf. Besonders erfreulich war zudem die Sichtung eines Wiedehopfs, der als charakteristische und nicht alltägliche Art den besonderen Wert
des Gebietes unterstreicht.

Darüber hinaus konnten erste Libellen gesichtet werden, die die neu entstandenen Wasserflächen ebenfalls als Lebensraum nutzen.
Die Fläche ist grundsätzlich öffentlich zugänglich. Im Sinne des Naturschutzes bitten wir jedoch alle Besucherinnen und Besucher, die geltenden Schutzmaßnahmen zu beachten und die Natur
respektvoll zu behandeln. Dazu gehört auch, mitgebrachten Müll wieder mitzunehmen, um den Lebensraum für Tiere und Pflanzen dauerhaft zu erhalten.
Text: Tina Bode
März 2026: Kartierung von Greifvögeln im Rahmen des "Atlas Deutscher Brutvogelarten" in ganz Deutschland vorgesehen (ADEBAR 2)

Ein Mäusebussard fliegt tief über das Feld an der Straße bei Willmersdorf. Er breitet seine Flügel aus und landet in einem Baum. Dort verharrt er kurz, bis sich ein Auto nähert. Er setzt erneut zum Flug an und verschwindet schließlich in einem Waldstück, vielleicht auf direktem Weg zu seinem Nest in den Wipfeln einer Kiefer.
Die Mitglieder des Naturschutzbundes sind unterwegs, um den Bestand der Greifvögel im Norden von Cottbus zu untersuchen. Geplant ist langfristig die Kartierung der gesamten Population in Deutschland. Oft lassen sich die Nester nach ihren Angaben nicht eindeutig zuordnen, weil es vorkommt, dass ein Vogel die Heimstatt aufbaut, während sie später ein anderes Tier nutzt. So macht es sich der Baumfalke oft in den Nestern der Kolkraben gemütlich. Manchmal wirft er dafür sogar deren Jungtiere aus dem Nest.

Schätzungsweise gibt es mehrere Dutzend Greifvogelpaare in der Cottbuser Region. Bis zu 16 Arten existieren in Deutschland, neben dem Mäusebussard und dem Rotmilan unter anderem der Habicht, der Sperber und der Fischadler. Zwei Rotmilane haben den ganzen Winter über in Willmersdorf gelebt, wie der Exkursionsteilnehmer Ralf berichtet.
Am Bahndamm begeben sich die Naturschützer knapp 100 Meter in den Wald hinein. In der Nähe sahen Augenzeugen im Februar ein Mäusebussardpaar bei der Balz. Beim Blick hinauf entdecken die Teilnehmer der Exkursion dann auch ein Nest in den Bäumen. Ein Besucher scherzt mit Bezug auf ein Märchen der Gebrüder Grimm: „Hansguckindieluft war bestimmt ein Ornithologe.“
Da flattert ein Flügel an der Kante des Nestes, zu erkennen dank der Ferngläser, mit denen die Gäste nach oben schauen. Naturschützer Ralf sagt: „Das könnte ein Kolkrabe sein, denn die haben jetzt im Frühjahr oft schon Nachwuchs.“
Er startet eine kleine Quizrunde, eine Pause von der Suche nach den Greifvögeln: „Wen hören wir da gerade singen?“
Teilnehmer Detlef weiß es. „Das ist der Gartenbaumläufer“, sagt er. „Den erkennt man an seiner kurzen Melodie.“
An das Geräusch einer quietschenden Fahrradkette fühlt sich Tanja beim Gesang des Gartenbaumläufers erinnert.
Im Feld neben dem Waldstück finden die Naturschützer ganze Knäuel von Federn. Es handelt sich um die Überreste einer Taube, wie Ralf erläutert. Der Täter sei wohl ein Greifvogel gewesen. Nur ein paar Meter weiter habe eine Wildkamera neulich einen Wolf beim Riss eines Rehes gefilmt. Im Gestrüpp liegt das Fell eines Hasen. Überall entdecken die Teilnehmer der Exkursion Spuren vom Kampf ums Überleben in der Natur.

Die Kolkraben nutzen beim Bau ihrer „knuffig kompakten“ Nester, wie sie Ralf beschreibt, mitunter Schnüre aus Kunststoff, die sie im Abfall finden. Auch dabei kommt es ab und an zu Unfällen, bei denen sich Vögel verheddern und sterben. So ist der Nestbau stets auch ein riskantes Unterfangen.
Manche Vogelarten tricksen dabei andere aus. So fliegt ein Storch aus Maust regelmäßig nach Willmersdorf, um dort aus einem Nest Baumaterial zu stehlen und damit in sein Zuhause zurückzukehren. Bisher wurde er dabei nur von den menschlichen Einwohnern ertappt, die ihn jedoch auf seiner Diebestour gewähren lassen.
Text: René Wappler
Februar 2026: Mitglieder hängen im Biotop neue Fledermauskästen auf / Amphibien haben sich angesiedelt

Naturschützer haben in einem Biotop bei Willmersdorf neue Fledermauskästen aufgehangen. Damit wollen sie den Tieren artgerechte Rückzugsorte bieten. Auch Frösche und Amphibien leben im Biotop, das der Naturschutzbund vor vielen Jahren erworben hat.
Die Zwergfledermaus versteckt sich in der Handfläche von Detlef. Nur ihr kleiner Kopf schaut kurz hinaus ins Sonnenlicht. Eben schlief sie noch im Kasten, der in sechs Metern Höhe am Baumstamm hing. Dort wird sie gleich wieder Zuflucht finden, wenn die Naturschützer ihre Arbeit beendet haben.

Das Biotop liegt an der Bahnlinie zwischen Cottbus und Peitz in einem Sumpfgebiet. Ralf vom Naturschutzbund parkt mit seinem Auto am Wegesrand. Ihn begleitet ein wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Cottbuser Lehrstuhl für Umweltplanung an der Brandenburgischen Technischen Universität. David möchte gemeinsam mit seinen Studenten zusehen, wie der Schutz der Fledermäuse in der Praxis funktioniert.
David sagt: „Unser Team stammt aus mehreren Ländern, aus Südafrika, Polen, Pakistan und Ecuador.“ Manche der Begleiter haben nach seinen Worten bereits mit Fledermäusen gearbeitet.
Ralf erklärt: „Ein paar Fledermäuse haben wir schon in unserem Biotop beobachtet.“ Zehn Kästen hängen dort bereits, wie er erläutert. Zwei weitere sollen an diesem Nachmittag hinzu kommen.
Ein Schild deutet auf das Biotop hin. Gatki steht darauf, der wendische Begriff für kleine Teiche. Nebenan entdecken die Naturschützer Kraniche. Ralf sagt: „Ich denke, dass sie sich in unserem Biotop ansiedeln wollen.“ Mäusebussarde seien ebenfalls gesichtet worden.
Der Wissenschaftler David nickt. „Wir werden in den nächsten Tagen auch in den Spreewald fahren, um Vögel zu beobachten.“
Das Biotop bei Willmersdorf umfasst eine Fläche von zwei Hektar. Es gibt Amphibien, wie der Rotbauchunke, eine Heimat. Zu DDR-Zeiten luden die Leute ihren Müll im Gebiet ab, wie sich die Naturschützer aus der Region erinnern. Nach der Wende wurde es ausgebaggert. Schließlich kaufte der Naturschutzbund das Biotop.

Ralf weist den Besuchern den Weg entlang der Kiefern. „Ihr müsst rein ins Gebüsch“, ruft er. „Passt auf, dass ihr nicht hängenbleibt.“
Die Besucher steigen durch Gestrüpp und über Äste. Hängen bleibt niemand. Sie lehnen eine Leiter gegen einen Baum, prüfen, ob sie fest genug zum Hochklettern steht. Alles in Ordnung. Ralf steigt nach oben, hängt einen Fledermauskasten ab und reicht ihn weiter an die Helfer vom Naturschutzbund. Derweil flitzt eine rotbraune Maus über das Gras.
Detlef greift behutsam in den Kasten. Nun hält er die Zwergfledermaus in der Hand, die sich in einer Ecke versteckt hielt. Er weist darauf hin, dass die Forschung auch heute noch neue Details zu den Tieren ans Licht bringt: Vor einigen Jahren kam demnach heraus, dass verschiedene Arten eigene Frequenzen belegen, wenn sie ihre Tonsignale von sich geben. Die Zwergfledermaus ruft mit 45 Kilohertz, die Mückenfledermäuse in noch höheren Bereichen, mit 55 Kilohertz. Beide bleiben damit für das menschliche Ohr unhörbar. Detlef erklärt: „Im Kot der Tiere befinden sich Haare, die sich stark von einer Art zur nächsten unterscheiden.“ Dies lasse sich mit 800facher Vergrößerung unter einem Mikroskop feststellen. Er setzt die Fledermaus zurück in den Kasten. Sie wird in sechs Metern Höhe bald wieder wie viele ihrer Artgenossen ungestört schlafen können.
Text und Fotos: René Wappler
Die Monatsexkursionen finden in der Regel am letzten Sonntag im Monat um 14 Uhr mit wechselnden Treffpunkten statt .
1. Madlower Schluchten
2. Branitzer Park
Am Sonntag, den 14.10.2025, wird eine Exkursion in den Branitzer Park angeboten. Der Naturschutz in dem Fürst Pückler Park steht im Fokus.
Treff ist um 14 Uhr Gegenüber dem Eingang zum Tierpark Cottbus.
Dauer: ca. 2 Stunden
3. Sachsendorfer Wiesen
Am Sonntag, den 19.10.2025, geht es zu einer Exkursion in die Sachsendorfer Wiesen. Hierbei wird die Bedeutung der Sachsendorfer Wiesen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft betrachet.
Treff ist um 14 Uhr am Tennisplatz Priorgraben in Cottbus.
Dauer: ca. 2 Stunden
Am Sonntag, 05. Februar 2023, möchten wir zu einem Arbeitseinsatz an unserem Nabu-Biotop "Gatki" in Willmersdorf einladen.
Treff ist um 10 Uhr vor Ort (siehe Foto). Es stehen wieder Gehölzschnitte an, die Vogel- und Fledermauskasten sollen kontrolliert und ggf. weitere installiert werden. Ein Schwerpunkt wird die Verbesserung der Wasserzufuhr sein. Dazu muss ein längerer Gabenabschnitt von Laub und z.T. Erde beräumt werden.
An Geräten können Astscheren, Eisenharken und Schippen mitgebracht werden. An feste Schuhe oder Stiefel sollte gedacht werden.
Für die weitere Planung wäre eine Rückmeldung hilfreich.
Vorankündigung: Einsatz Biotop Tauer voraussichtlich am 5. März 2023 10 Uhr. Terminbestättigung und Details folgen später.
Am 22.05.17 durften wir zwei Plaketten und Urkunden zur Aktion "Schwalben willkommen" überreichen. Zwei Naturfreunde haben auf Ihren Grundstücken zahlreiche Mehl- und Rauchschwalben. Sie bieten den Schwalben bestmögliche Bedingungen um zu nisten, vielen Dank dafür!
Haben auch Sie besetzte Schwalbennester auf Ihrem Grundstück? Dann bewerben Sie sich gern bei uns. Über den nachfolgenden Button gelangen Sie direkt zur Aktion.
Am 11.05. hat der Vorstand des Nabu Cottbus bei herrlichstem Sonnenschein eine Fahrradtour am baldigen Cottbuser Ostsee gemacht. Wir haben uns u.a. die Flächen angeschaut, welche für den Naturschutz eingeplanten sind.